Wenn der Applaus verhallt — und der Film bleibt
Eventfilm · Landkreis Gotha · Meine Sicht
Es gibt Abende bei denen man nach dem Abbau kurz durchatmet, ein kühles Alkoholfreies aufmacht — und einfach zufrieden ist. Die 33. Sportgala des Landkreises Gotha in Ohrdruf war so ein Abend.
Nicht weil alles perfekt war — das ist es nie. Sondern weil das was zählt gestimmt hat.
Rund 590 Gäste, Sportlerinnen und Sportler aus dem gesamten Landkreis, Ehrungen die für viele Beteiligte persönlich viel bedeuten. Solche Abende haben eine eigene Energie. Man spürt dass es den Menschen im Saal nicht egal ist — dass hinter jedem Namen auf der Bühne jahrelange Arbeit steckt, frühe Trainingsmorgen, Verzicht, Durchhaltevermögen. Das ist der Stoff aus dem gute Filme entstehen. Man muss ihn nur einfangen.
Der beste Moment des Abends war einer den niemand geplant hatte. Irgendwann am Rand des Geschehens haben Kotsch Showtechnik und ich kurz geredet. Zwei Sätze, eine Idee, und dann haben wir die Videowand noch besser in die Produktion eingebunden. Keine Absprache im Vorfeld, kein Konzept, kein Meeting. Einfach zwei Leute die wissen was sie tun und sich gegenseitig vertrauen. Das Ergebnis war ein visuell stimmiger Abend — für die Gäste wie aus einem Guss, für uns eine dieser kleinen improvisierten Lösungen die hinterher besser funktionieren als alles Geplante. So geht regionale Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Technisch war es einer meiner aufwändigeren Abende: 8 Kameras, die den Saal aus allen Richtungen abgedeckt haben — Bühne, Totale, Publikum, Interviews, Details. Der Ton kam direkt von der Saal-PA, sauber und veranstaltungsecht. Geschnitten wurde später in DaVinci Resolve Studio, wie immer. Der Hauptfilm ist 3:40 Minuten lang. Das klingt kurz — und das soll es auch. Niemand schaut sich 2026 einen 17-Minüter an, wenn er nicht selbst dabei war. 3:40, gut geschnitten, die richtige Musik drunter — das wird geschaut. Die Klickzahlen sagen mir danach immer ob ich richtig lag—mittlerweile passiert das öfter.
Die Musik habe ich diesmal mit KI-gestützten Werkzeugen produziert. Passend zum Film, lizenzfrei, und ohne dass ich nachts wegen einer Content-ID-Sperre aufwache. Das ist ehrlich gesagt auch ein Fortschritt — Technik die einem die Arbeit abnimmt die man sowieso nicht liebt, damit man sich auf das konzentrieren kann was man wirklich gut kann.
Was mich aber mehr beschäftigt als all das Technische sind die Interviews. Geehrte Sportlerinnen und Sportler, Trainer, Vereinsmenschen — die stehen nicht jeden Tag vor einer Kamera. Manche sind aufgeregt, manche zurückhaltend, manche überrascht dass jemand überhaupt fragt. Man merkt sofort ob jemand entspannt ist oder nicht, ob das Gespräch fließt oder stockt. An diesem Abend war die Stimmung gut. Persönlich, warmherzig, echt. Vor und hinter der Kamera. Und das sieht man im fertigen Film — das kann man nicht nachträglich reinschneiden. Entweder es ist da oder es ist nicht da.
Am Ende haben alle Gäste einen stimmigen Abend erlebt. Den Aufwand für die Dokumentation — die Kameras, die Koordination, die vielen kleinen Entscheidungen die niemand sieht — hat niemand gespürt. Für mich ist das die eigentliche Messlatte. Nicht die Technik, nicht die Auflösung, nicht die Anzahl der Kameras. Sondern ob der Film vom Abend so wirkt als wäre es einfach so gewesen.
Die Beleuchtung an der ein oder anderen Stelle im Saal werden wir nächstes Jahr noch besser hinbekommen. Den Rest — den machen wir einfach wieder so.
Mit besten Grüßen





